Neuseeland 2026-24 Auf dem Forgotten World Highway ins Nichts

Im Reiseführer wird uns der Forgotten World Highway ans Herz gelegt. Als eine dreistündige Fahrt ins Nichts. 150 Kilometer auf schmaler Straße über grüne Hügel und durch grüne Täler mit einer Kurve links und einer Kurve rechts in ständigem Wechsel. Zum Glück bei wenig Verkehr.

Schauen wir mal!

Also los geht’s. Heute also mal eindeutig mit dem Weg als Ziel und ohne zu wissen, wo wir heute Abend ankommen und nächtigen werden. Unsere Reise auf der Nordinsel wird immer mehr zum großen Kontrast zur durchgeplanten Tour über die Südinsel. Aber so wollten wir es ja auch und nun tun wir es.

Einen letzten Blick auf den Mount Taranaki im Vorbeifahren

und einen kurzen Stopp im Shakespeare Städtchen Stratford mit dem „Romeo und Julia“ Turm

und dann beginnt der Forgotten World Highway.

Wie gesagt, nichts Spektakuläres. Es ist mehr das Gefühl, hier relativ allein durch grünes Farmland zu fahren. Die Welt hat diesen Ort, diese Region, vergessen. Ja, und eigentlich ist es nicht schlimm. Wer hier lebt und arbeitet, muss selbst wissen, warum er das tut. Wir würden es nicht wollen.

Etwas Besonderes kommt zur Hälfte der Strecke, ein Mini Ort, der sich für selbstständig erklärt hat, zur eigenen Republik aufgeschwungen. Okay, den Rest der Welt interessiert es nicht und so sollen sie doch.
Wir halten dort mal an und gehen in das einzig lebendig aussehende Gebäude, ein Hotel mit Restaurant.

Einen Flat White, einen Appel Cider und einen Toast bestellen wir und setzen uns auf die Veranda mit Blick auf den Highway, also die Durchgangsstraße.


Es bleibt ruhig hier.


Ein Motorradfahrer kommt nach zehn Minuten vorbei, hält an und holt sich ein alkoholfreies Bier.

Eine wohl ortsansässige junge Frau schiebt ihren Kinderwagen vorbei.

Eine Schweizer Familie mit großem Wohnmobil macht auch noch einen Stopp, um hier etwas zu trinken.

Und so vergeht die Zeit.

Irgendwann wollen wir aber doch weiter. Und es soll ja noch ein ungewöhnlicher Tunnel kommen.

Und eine Schlucht.

Und darin wird es für einige Kilometer noch enger, also einspurig. Und hinter jeder Kurve könnte Gegenverkehr kommen. Tut es aber nicht. Aufpassen muss man ja trotzdem.

Irgendwann kommen wir im kleinen Ort Taumaranui am Ende des Forgotten World Highways an und die Welt hat uns wieder. Gut so.

Wir kaufen dort im Supermarkt mit dem passenden Namen „New World“ noch ein bisschen was für das Abendessen ein.

Denn wir haben uns entschieden, jetzt um 17:30 Uhr, auf den danach kommenden Campingplatz zu fahren und dort zu übernachten.

Zu Abendessen gibt es heute Spaghetti mit Tomatensauce ala Arrabiata.

Und morgen fahren wir weiter in den Tongariro Nationalpark mit dem „Schicksalsberg“ aus „Der Herr der Ringe“. Die Wettervorhersage ist allerdings weiter nicht sehr gut. Na ja, nach sechs Wochen prima Spätsommer kommt nun hier in Neuseeland der Herbst, nicht wie in Deutschland der Frühling.

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