Als ich den Reiseführer mit dem wunderbaren Foto vom Mount Taranaki auf dem Titelbild vor über zwei Jahren gekauft habe, dachte ich mir, wenn wir nach Neuseeland fahren, dann will ich dort auf jeden Fall auch hin. Vor 15 Jahren bei meiner damaligen Neuseeland Reise bin ich nicht in die Nähe gekommen und Sonja war auch noch nicht dort. Insofern stand dem also nichts im Wege.

Heute verlassen wir also Whanganui und fahren auf dem Surf Highway, so bezeichnet wegen der vielen Strände entlang des küstennahen Straßenverlaufes, Richtung dieses magischen 2.500 Meter hohen Vulkanberges. Und dann sehen wir ihn zum ersten Mal! In weiter Ferne taucht dieser magische Vulkankegel plötzlich auf. Nicht ganz klar und noch mit Wolken umgeben, aber da ist er.




Immer wieder ergeben sich neue Blickwinkel – und dann ist er erstmal wieder verschwunden. Der Highway nimmt eine andere Richtung und wir sind dichter am Meer.
Auch schön.



Wir halten ein paar Mal an, wollen das Meer sehen.
Wobei die Neuseeländer eigenartig „unromantisch“ mit ihren Stränden umgehen.


Mit dem Auto bis auf den Strand fahren oder sogar eine Wagenburg aufbauen. Das ist nicht unsere Vorstellung.
Weiter geht’s zu einem alten kleinen Leuchtturm, von dem wir auch im Hintergrund den Taranaki sehen können.



Hier ist es ziemlich einsam und schöööööön.
Und dann fahren wir weiter nach New Plymoth, dem Hauptort hier im Südwesten der Nordinsel. Wir haben dort einen Stellplatz auf einem Campingplatz mit Oceanview! Die Fotos auf der Internetseite sehen toll aus. Etwas erhöht auf einer Klippe direkt am Meer mit Sonnenuntergang.

Und ja, das passt! Unser Bett geht nach hinten raus mit zwei Türen und Fenstern zum Öffnen, so dass wir das Rauschen des Meeres gut hören können.

Am Abend der ersten von den drei gebuchten Nächten essen wir aber nicht direkt am Campervan, sondern gehen runter zum Hafen in ein Fischrestaurant.

Sonja bestellt die Meeresfrüchteplatte und ich den Fisch des Tages.

Zum Nachtisch gibt es unser Lieblingsdessert: Sticky Date Pudding

Und als Zugabe kostenlos den Sonnenuntergang:



So, der Anfang ist gemacht. Jetzt hoffen wir, dass die Wettervorhersage für morgen stimmt und es noch einen weiteren Sonnentag mit freiem Blick auf den Mount Taranaki gibt.


Zum Frühstück sieht es ja noch sehr gut aus. Auch die Pukekos sind munter und umkreisen uns.

Irgendwer möchte immer von unserem Frühstück etwas abbekommen. Erst die Kakas auf Stewart Islang, dann an vielen Stellen die Wekas, die Enten am Whanganui River und jetzt die Pukekos.
Ja, aber wie sieht es mit dem Tarananki aus? Das ist das wichtigste für heute! Wir wollen doch eine Wandertour an seiner Flanke unternehmen.

Ein Blick in seine Richtung zeigt noch blauen Himmel, aber schon einzelne Wolken.
Egal. Nach dem Frühstück ziehen wir unsere Wandersachen an und fahren ca. 30 Minuten zu einem Visitor Center am Hang, welches aber gerade um- bzw. neu gebaut wird.

Und dort ist nichts mehr mit blauem Himmel. Und von dem Taranaki sieht man eigentlich auch nichts mehr. Wir stehen hier auf ca. 1.000 m Höhe und können froh sein, dass es bei diesen Wolken nicht regnet.
Nun denn, morgen sind wir zwar auch noch hier, aber da ist die Wettervorhersage nicht mehr so gut. Also suchen wir uns einen Wanderweg, der nicht ganz so hoch und in die Wolken geht und marschieren los.

Wir gehen über die Maketawa Hütte und werden auf dem Rundkurs ca. vier Stunden unterwegs sein.

Der untere Teil geht auf breitem Weg hoch durch grünen Regenwald.

Der Blick runter ans Meer zeigt, dass dort keine Wolken sind. Sie haben sich hier oben gefangen und lösen sich wohl auch nicht so schnell mehr auf.

Nach der Hälfte des Weges am obersten Punkt wechselt die Beschaffenheit des Weges und jetzt geht es auf schmalem Pfad richtig toll runter durch den Regenwald.





Und nachdem wir zum Schluss auch einige Holzleitern rauf und runtergestiegen sind, erreichen wir den Parkplatz mit unserem Campervan. Es gab zwar keine Sonne und keinen Blick auf den Taranaki, aber es war insbesondere auf der zweiten Hälfte ein sehr eindrucksvoller spannender Weg.
Ich wechsle mein durchgeschwitztes T Shirt und Hemd und schaue dann nochmal in Richtung Taranaki

Plötzlich lockern sich die Wolken, sind nicht mehr tief dunkelgrau. Und man kann sogar die Bergspitze sehen. Wir waren mit unserer Wanderung heute ungefähr auf halber Höhe dessen, was man auf dem Foto sehen kann.
Tja, so ganz wie auf dem Foto des Reiseführers ist es nicht geworden, aber schön ist es trotzdem! Und vielleicht „müssen“ wir dann doch noch ein anderes Mal wiederkommen …
Zurück zu unserem Stellplatz am Meer geht es nun und heute Abend grillen wir auf dem Barbecue des Campingplatzes und essen vor unserem Campervan.
Am nächsten Tag machen wir einen Spaziergang auf dem Küstenwanderweg, der direkt bei uns anfängt.

Und Sonja kann einfach an manchen Spielgeräten nicht vorbeigehen

Eine kleine Bahnstrecke führt hier auch entlang

Und es gibt einige Kunstwerke auf dem Weg




Bei folgendem Haus kam mir sofort in den Sinn, das oben hinter dem Fenster eine alte Frau in ihrem Schaukelstuhl sitzt und sich hin und herbewegt …

Okay, vom Ort selbst gibt es eigentlich nicht viel besonderes zu zeigen und zu erzählen. Beeindruckender war dann am Abend unser erstes selbst gegrilltes T Bone Steak …

… und dieser Kreis um die Sonne

Drei schöne Tage am Mount Tarananki mit einem tollem Stellplatz am Meer gehen zu Ende. Inzwischen haben wir uns auch gut in unserem Campervan eingelebt. Es ist ja schon eine Umstellung im Vergleich zu den Cottages mit guter Ausstattung und viel Platz. Aber jetzt geht es auch auf engem Raum und einer Dusche auf dem Campingplatz. Und die Hose und das Hemd muss man auch nicht jeden Tag wechseln. Es ist einfach etwas besonderes, mehr draußen sein zu können und unabhängiger von festen Frühstückszeiten.
Und morgen verschwinden wir im Forgotten World Highway auf dem Weg ins Inland zum Tongariro Nationalpark.
Wunderbar, Ihr habt doch den idealen Rundweg im Regenwald (mit passendem Wetter) zu Füßen seiner Majestät unternommen …und abends wieder am Meer mit T-Bone Steak und Sonnenuntergang, mehr Neuseeland geht kaum! Wie gestern angedeutet, lohnt sich der ‚Forgotten Highway‘ ins Inland allemal, und mit etwas Wetterglück gelangt Ihr im Tongariro Natl. Park locker auf über 2000 m zwischen den Vulkanen Ruapehu und Ngauruhoe (auch ein Fuji!). Good Luck, Manfred.
Wieder einmal ganz viele eindrucksvolle Fotos und Kommentare!
Ich reise jedesmal gern eine Etappe mit euch mit.
❤️ Grüße Poppy