So, nun geht’s richtig los mit dem Wohnmobil: das Abholen, in Picton kurz übernachten und die Fährüberfahrt waren ja nur das Vorspiel. Heute heißt es, sich einzurichten und einzukaufen und möglichst einen schönen Stellplatz zu finden.
Mit der Auswahl des Stellplatzes geht es am schnellsten. Wir wollen nach Whanganui und dort auf dem gleichnamigen Fluss ein bisschen was unternehmen. Da bietet sich der River Holidaypark, etwas am Ortsrand gelegen, sofort an und wir buchen ihn für drei Nächte.
Beim Einkaufen beschränken wir uns heute erstmal auf die Getränke und Lebensmittel. Wobei wir ja auch schon einiges angesammelt hatten, da wir öfter auch in den Cottages abends gegrillt und uns auch selbst das Frühstück gemacht haben.
Wir verlassen um 12 Uhr mittags die Fähre und bald darauf auch Wellington selbst. Die Stadt anzuschauen reizt uns nicht, wir wollen auf den Campingplatz und noch vor Sonnenuntergang draußen vor dem Campervan in unseren Stühlchen sitzen, mit einem Kaltgetränk in der Hand, und auf den Fluss schauen.
Für die 200 Kilometer benötigen wir ca. drei Stunden Fahrzeit, 60 bis 70 Kilometer pro Stunde sind in Neuseeland der machbare Durchschnitt. (Die angegebenen Zeiten von Google Maps sind nicht zu schaffen bei einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit von 100 bzw. 90 für Wohnmobile) Und nach dem Einkaufen erreichen wir gegen 17:30 Uhr unseren Stellplatz mit Blick auf den River.


Als wir dann unsere Steaks gegrillt und den Salat gemacht haben, ist die Sonne allerdings leider schon untergegangen. Aber der Flussblick bleibt und wir sitzen draußen!

Aber das Frühstücken am nächsten Morgen schaffen wir in der Sonne!


Und wir sehen auch schon den alten Schaufelraddamper vorbeifahren, mit dem wir morgen eine Tour machen wollen.

Ansonsten lassen wir es heute langsam angehen und genießen ganz nach Loriot: „ich will doch einfach nur sitzen“!
Am späten Nachmittag raffen wir uns dann doch noch mal auf und fahren mit dem Bus in die Stadt. Wir sind die einzigen Fahrgäste und der überaus freundliche Busfahrer gibt uns noch Tipps fürs Abendessen. Der Ort selbst enttäuscht uns heute aber. Wir hatten uns nach dem Reiseführer unter dem Prädikat UNESCO Weltkulturerbe Design Stadt etwas mehr erwartet.


Ein paar großflächige Graffitis sind zwar ganz interessant, aber die Häuserzeilen sind eher duster, mit viel Leerstand oder irgendwie nicht nach europäischem Geschmack. Wir finden jedenfalls erst kein gemütliches Restaurant fürs Abendessen. Als wir schon fast aufgeben wollen, entdecken wir ein Restaurant/Pub, wo auch was los ist- hauptsächlich Einheimische-und das uns gefällt. Hier, im Rutlands Arms Inn:




Und das Essen ist auch lecker: einmal Lamm und ein Stück einer Rinderrippe!


Zum Abschluss gibt’s noch einen Sticky Date Pudding, inzwischen unser Lieblingsnachtisch, und ein Guiness vom Fass.
Nun gefällt uns der Ort auf einmal gleich viel besser!
Am nächsten Morgen haben wir ein volles Programm: Frühstücken in der Sonne mit Riverblick, Fahrräder vom Campingplatz mieten und damit zum wöchentlichen Markt in der Stadt, um 13 Uhr die zweistündige Dampferfahrt und dann noch ein bisschen im Ort spazieren und einkaufen.







Der Markt ist bunt gemischt und es gibt eigentlich fast alles. Und für Sonja neue alte Schuhe, ein paar kaum getragene Tewa Schuhe für zehn Euro!


Das nächste Motiv ist doppelt interessant, da Sonja und ich völlig andere Interpretationen haben: bei mir kommen, auch unter dem Einfluss der Kriege in der Ukraine, im Iran und sonst noch auf der Welt, die Gedanken: Frieden ist vorbei, gibt’s nicht mehr, das Bild wird (von den beiden Verkäufern) eingepackt und weggestellt.
Sonja sieht es genau entgegengesetzt. Die beiden (Käufer) haben das Bild erworben und wollen es bewusst (zuhause) aufhängen.
Der Inhalt bzw. das Motiv des Bildes ist darüberhinaus Klasse: wie das kleine Mädchen (grafisch) um Frieden bittet!

Und weiter zur Waimarie, dem über hundert Jahre alten Schaufelraddampfer, der als einziger in Neuseeland noch original mit Kohle befeuert wird! In England gebaut, 1952 im Whanganui River gesunken, vierzig Jahre lang im Wasser verrottet und dann wieder gehoben und restauriert! Was für eine Geschichte und was für ein Erlebnis für uns!





Zwei Stunden genießen wir die Fahrt und kommen dabei auch an unserem Campingplatz und unserem Campervan vorbei:

Aber etwas ganz besonderes ist die Brieftaube, die kurz vor dem Wendepunkt auf dem Fluss losgeschickt wird: jeder, der wollte, konnte ein Blatt Papier beschreiben, was der Taube mitgegeben wurde. Bei der Rückkehr im Ort werden die Nachrichten ausgestellt:


Und dann gehen wir noch etwas im Ort spazieren. Dabei kommt uns ein Original-Doppeldeckerbus aus London entgegen!



Und nun wollen wir noch auf einen Aussichtsturm. Dazu geht es zuerst in einen sehr alten Tunnel in den Berg und dann mit dem Original-Aufzug nach oben:




Und das ist der Turm auf dem Hügel mit weitem Ausblick:

Da müssen wir aber zu Fuß hoch.


Und jetzt nochmal zum Abschluss in den Ort Whanganui und dort in den Pub/ Restaurant von gestern. Es ist wie auf Stewart Island, wenn wir erst mal eine gute Kneipe gefunden haben, dann kommen wir wieder.
Heute grillen wir aber zuhause, nachdem wir nochmal eine halbe Stunde mit dem Fahrrad zurückgefahren sind. Und dafür werden wir auch mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. Ein interessanter Tag geht zu Ende.

Vom Whanganui River verabschieden wir uns am nächsten Morgen mit Nebel zu früher Stunde.

Weiter geht’s zum Mount Taranaki. Darauf freue ich mich schon, seit ich den Reiseführer habe. Schauen wir mal, was sich ergeben wird.

Wow – ein Regent, älter sogar als der Routemaster. Wie der wohl seinen Weg von London nach N.Z. gefunden hat. Und ob er dort noch im Einsatz war?
Moin Ihr Beiden! Schön, Euch jetzt im Womo zu verfolgen, das wir natürlich ein bisschen vergleichen… unser „2 Berth Premier“ (Mercedes-Basis) war etwas kleiner, hatte auch links eine Schiebetür (durch die der Wind öfter die Gasflamme ausblies) und hinten 2 Flügeltüren. Die Aussicht haben wir geschätzt, den zwingenden Bettenbau (entweder Bett oder Tisch!) weniger. Die ‚Nasszelle‘ war sehr eng; ein triftiger Grund, die meist properen Washrooms auf den Campingplätzen zu nutzen. Auch Kochen in den Common Kitchens bot Abwechslung. Das Linksfahren/Rechtslenken hat uns keine Probleme bereitet, die Automatik haben wir als sehr hilfreich empfunden. Zu Eurer Route: Wellington war uns einen Tag wert, dafür ließen wir die Bürotürme von Auckland aus. Ebenso mussten wir auf die Südwestseite, damit auf Whanganui, vor allem auf den Mt.Taranaki verzichten. Diesen vulkanischen Solitär konnten wir allerdings als blaue Silhouette in ca 70 km Entfernung vom Tongariro-Nationalpark aus bewundern. Auch wenn Ihr den neuseeländischen „Fudji“ besucht/besteigt – solltet Ihr unbedingt dahin fahren, wo der Whanganui herkommt! Die Götter seien Euch gewogen.
Manfred.