Neuseeland 2026-25 Ring of fire – Marathon Rennen am Tongariro Vulkan

Was für ein Erlebnis! Eine tolle Wanderung in einer beeindruckenden Landschaft und dann findet auch noch ein Marathon Rennen – mit dem passenden Namen „Ring of fire“ – dort statt. Hunderte von Läufern, die auf unterschiedlich langen Strecken von bis zu 100 Kilometern unterwegs sind, kommen uns auf dem schmalen Wanderweg entgegen und wir weichen natürlich jedesmal aus und lassen sie vorbei. Wir wurden noch nie so oft in fünf Stunden dafür so freudig angelächelt und mit Dankesworten bedacht wie auf dieser Tour.

Unser Warten hat sich jedenfalls mehr als gelohnt! Vorgestern sind wir nach dem Forgotten World Highway ja mittags hier im regnerischen Tongariro Nationalpark im Whakapapa Village angekommen und haben uns auf dem Campingplatz einen Stellplatz gesucht.

Die Wetteraussichten für die nächsten zwei, drei Tage waren gemischt, aber wir wollten es wagen und auf den heutigen Tag warten, der uns dann auch belohnt hat.

Der Tongariro Nationalpark ist ein Gebiet mit mehreren Vulkanen, bis zu 2.700 m hoch. Am faszinierendsten sieht es im Frühjahr aus, wenn die Vulkane noch ihre Gipfel mit Schnee bedeckt haben, wie ein Foto vor Ort zeigt.

Aber auch jetzt Anfang Herbst sind Wanderungen, wie wir heute erfahren können, ein tolles Erlebnis. Die beliebteste, aber auch anstrengendste, Tageswanderung ist das „Tongariro Crossing“ zwischen den Vulkanen mit 20 Kilometern Länge, 1.000 Höhenmetern rauf und runter und acht Stunden reiner Wanderzeit.

Für uns kommt es allein schon wegen der unsicheren Witterung nicht in Frage und irgendwie haben wir auch mehr Lust auf eine etwas weniger anstrengendere Tour.

Also, auf zu den Tarananki Falls (warum dieser Wasserfall hier am Tongariro so heißt, weiß ich auch nicht) und dann noch weiter zu den Tama Lakes.

Schon nach wenigen Metern kommt uns die erste Läuferin entgegen.

Diese ist noch gut drauf und läuft an uns vorbei. Andere gehen langsam, einige haben auch Wanderstöcke dabei. Es ist ein eigenartiges Rennen. Es gibt wohl einen 12,5 Kilometer Rundkurs, den man beliebig oft durchlaufen kann. Diejenigen, die bis zu 100 Kilometer laufen wollen, sind auf der anderen Seite der Nordinsel gestartet. Für so ein Bergrennen mit solchen Distanzen sind unglaublich viele Läufer am Start.

Uns macht es auf jeden viel Spaß, immer wieder zur Seite zu treten und die Läufer durch zu lassen.

Und die Landschaft ist auch sehr vielfältig. Wir können diese, im Gegensatz zu den meisten Läufern, ja auch genießen. Und das Wetter spielt auch mit. Es wird von Minute zu Minute sonniger und wämer.

Im ersten Teil des Weges geht es durch üppigen Wald und wir kommen …

(Dieser Läufer mit deutlich über 100 Kilo legt übrigens gerade eine Geh-Phase ein auf seinem 60 Kilometer Kurs)

… am Fluss vorbei, wo einer der Hobbits den Ring gefunden haben soll.

Und weiter geht´s unter inzwischen blauem Himmel.

Bis wir an dem Taranaki Falls Wasserfall ankommen, der sich über der Kante eines uralten Lavastromrandes hinabstürzt.

Und so sieht es oben am Kopf des Wasserfalls aus:

Der Weg führt uns nun durch niedriges grün-buntes Gewächs. Hier blüht schon die Heide:

Und dann wird die Landschaft karger:

Bis wir zum Ziel, dem ersten der Tama Lakes, ankommen und eine Pause machen. Dieser und auch andere Seen in dieser Gegend sind über die Jahre vollgelaufene ehemalige Krater.

Und dann noch etwas Witziges: Wynton Rufer, ein Neuseeländer, hat noch vor Jahren sehr erfolgreich für Werder Bremen Fußball gespielt. Er war damals auch überaus beliebt. Und siehe da, sein Herz hängt immer noch an unserem Verein und er zeigt es, in dem er an diversen Stellen in seiner Heimat Aufkleber anbringt:

Wir haben nun das Ziel unserer heutigen Wanderung erreicht und machen uns auf den Rückweg.

Was fehlt, ist jetzt nur noch ein freier Blick auf den Schicksalsberg aus „Der Herr der Ringe“. Er hatte es mir heute Vormittag fest versprochen und er hält es auch ein:

Das war heute ein wunderschöner Tag mit der Wanderung, die sich letztlich auch 17 Kilometer hingezogen hat, mit 450 Höhenmetern rauf und runter, und fünf Stunden.

Und dem Erlebnis des „Ring of fire“ Rennens, welches für mich sehr inspirierend und motivierend gewirkt hat.

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