Alpenüberquerung Tag 17, Donnerstag, 24. August 2023 – Ruhetag im Bergwerksstollen

Zwölf von 21 Wandertagen sind geschafft. Der Alpenhauptkamm mit dem höchsten Punkt unserer gesamten Tour ist überquert und wir sind in Italien, das war es also? Weit gefehlt! Allein morgen steht die Etappe mit den meisten Höhenmetern an: 1.200 Höhenmeter den Berg rauf und 1.000 Höhemeter wieder runter ins Tal, ca. 5,5 Stunden reine Gehzeit. Und ein bisschen kniffelig kann es oben an der Weißen Wand auf 2.500 m Höhe eventuell auch werden. Wir haben Respekt vor der Etappe und erkundigen uns vor Ort nochmal. Auch in Bezug auf das Wetter. Ein spät nachmittägliches Gewitter oben auf dem Berg wollen wir auf keinen Fall haben.

Eigentlich käme sogar noch eine weitere Stunde Wanderzeit dazu, von Kasern aus. Die wollen wir heute aber schon mal „vorlaufen“, im Tal gemütlich hinab bis nach Prettau, in den Bergwerksstollen des ehemaligen Kupfererzbergwerkes. Seit 1971 ist dieses nicht mehr in Betrieb. Einige oberirdische Anlagenteile sind auch abgebaut, aber ein spannender Schaustollen lockt uns.

In diesem Schaustollen auf 1.500 m Höhe geht es ca. einen Kilometer annähernd horizontal hinein in den Berg. Wer an Klaustrophobie leidet, sollte aber lieber draußen bleiben.

Es ist kalt im Berg, warme Kleidung sollte man also anziehen. Regenjacke und Helm gibt´s dann vor Ort.

Und mit so einer kleinen Bahn geht es hinein! Der Lokführer schaut übrigens nicht immer so grimmig. Achten sollte man darauf, sich nicht zu weit nach links oder rechts hinauszulehnen, der Stollen ist ziemlich eng.

So sieht der „Bahnhof“ im Stollen aus. Hier alle mal aussteigen. Den Rest geht es zu Fuß!

Nach erklärenden Worten über den Kupfererzabbau, der im 15. Jahrhundert hier begonnen hatte, wandern wir mal Stufen runter und dann wieder rauf, manchmal aufrecht, aber auch mal in gebückter Haltung. Doch für uns ist es ja nur ein kleines Spektakel, gut beleuchtet und belüftet. Wir haben passende Kleidung an und bleiben ca. eine Stunde hier unten. Alles kein Vergleich zu den Bergarbeitern, die zwischen acht und zehn Stunden hier schwer gearbeitet haben, halb im Dunkeln bei stickiger Luft, unter tropfendem Wasser. Manchmal stürzten auch Steine herunter oder ein Abschnitt fiel in sich zusammen. Aber sie hatten Arbeit und oftmals keine Alternative. Reich geworden ist dabei aber keiner, außer dem Besitzer des Bergwerks.

So richtig vorstellen können wir es uns sicher nicht, was es hieß, hier zu arbeiten, aber zumindest ein wenig hilft dieser Schaustollen.

Sonja darf sogar mit Hammer und Meißel selbst Hand anlegen und ein paar Krümmel Kupfererz abbauen.

Spannend und interessant war es, aber wir sind auch froh, anschließend wieder im Freien an der frischen Luft zu sein.

Und vor uns liegt auf der anderen Talseite die Bergkette mit der Weißen Wand, die wir morgen überqueren wollen. Wir sind ja schließlich nicht nur zum Sightseeing hier.

Heute genießen wir aber noch den Ruhetag, ohne Rucksack und nur im T Shirt …

… und durchstreifen den Wald …

… setzen uns auf eine kleine romantisch dort stehende Bank …

… und nähern uns wieder unserem Ort Kasern mit dem Heiligen Geist Kirchlein.

Bei der Rast in einer bewirtschafteten Almhütte ziehen langsam aber sicher Wolken auf und es erwischt uns ein dann auch ein Regenguss. Heute ist das kein Problem, wir können uns unterstellen bzw. sitzen unter großen Sonnen- / Regenschirmen, aber unsere Gedanken gehen Richtung morgen Nachmittag. Hoffentlich wiederholt sich das Wetter nicht.

Hier noch kurz die Karte zu diesem Ruhetag.

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