Am Freitagmorgen, dem 6. Februar, sind wir endlich an unserem Ziel – Neuseeland. Durch den zweitägigen Zwischenstopp in Singapur und die 12 Stunden Zeitverschiebung ist es eine sehr lange Anreise geworden. Lang und anstrengend. Aber wir haben ja nun auch zwei Monate Zeit hier.
Jetzt muss aber auch noch meine Seele auf Neuseeland ankommen. Sie braucht manchmal ein wenig mehr Zeit. Und im Moment bin ich noch nicht richtig hier.

Christchurch auf der Südinsel ist unser Zielflughafen. Von dort aus wollen wir mit einem Mietwagen die vorgeplante und in Bezug auf unsere Übernachtungen und diverse Ausflüge und Wanderungen bereits vorgebuchte Rundtour starten. Anschließend geben wir am 17. März den Mietwagen in Christchurch wieder ab und übernehmen ein ebenfalls vorgebuchtes Wohnmobil. Mit dem geht es dann mit der Fähre auf die Nordinsel, wo wir uns nach Lust und Laune „treiben lassen“ wollen. Am 10. April verlassen wir dann in Auckland, der größten Stadt hier, Neuseeland.
So ist der Plan.
Und so geht es heute hier in Christchurch los.
Dieser Ort mit seinen ca. 300.000 Einwohnern wurde Ende 2010 und im Februar 2011 nochmals von heftigen Erdbeben getroffen und insbesondere im alten Stadtkern schwer beschädigt. Viele Menschen verloren dabei auch ihr Leben. Aber die Neuseeländer geben so schnell nicht auf und haben sich gleich an den Wiederaufbau gemacht. Manches braucht aber eben doch seine Zeit und so ist dies ein typisches Bild im Stadtkern: ein altes, schottisch anmutendes Gebäude zeigt wieder seine Pracht, aber noch ist nicht alles fertig und über dem Haus schwebt noch der Baukran.

Die großen und massiven Stahlabstützungen sind zum Teil noch aus der Zeit direkt nach den Erdbeben. Sie setzen schon Rost an. Oft fehlt das nötige Geld für die Restaurierung, manchmal ist auch noch unklar, wieviel abgerissen werden muss und was noch erhalten bleiben kann.
Neben diesen Baustellen gibt es auch noch zahlreiche leere Grundstücke, wo die Trümmer der alten Gebäude abgetragen und weggebracht wurden, aber noch nichts neues entstanden ist. Und dann sind viele neue Hochhäuser hochgezogen worden, so dass der Stadtkern ein Sammelsurium geworden ist. Leider nicht sehr ansprechend. Bis alles einigermaßen zusammengewachsen ist, werden wohl noch weitere zehn Jahre vergehen.

Geblieben ist für die vielen Touristen die alte Straßenbahn, die auf einem knapp einstündigen Rundkurs durch die Innenstadt fährt. Und das besondere sind die vielen herausgeputzten ausschließlich alten Wagen aus einem vergangenen Jahrhundert.

Der Schaffner erklärt live während der Fahrt die Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke.

Sehr erholsam ist darüber hinaus ein Spaziergang durch den großen Botanischen Garten.

Und insbesondere das Haus des ehemaligen Verwalters des Gartens, welches nun ein nettes kleines Lokal geworden ist, haben wir im wahrsten Sinne des Wortes genossen. Hierauf hatten uns u.a. Maike und Bernd aufmerksam gemacht, ein mit dem verstorbenen älteren Bruder von Sonja befreundetes Paar. Die beiden hatten sich, statt in den Ruhestand zu gehen, vor vielen Jahren entschlossen, nach Neuseeland auszuwandern und dort nochmal ein kleines Reiseunternehmen in der Nähe von Christchurch aufzubauen.
Inzwischen gibt es dieses nicht mehr, sie leben aber doch noch eine Zeitlang jedes Jahr hier und können uns so natürlich einige hilfreiche Tipps für unsere Reise und insbesondere den Start in Christchurch geben.

Zu viert waren wir dann auch mit der Seilbahn auf einem kleinen 500 Meter hohen Berg im Umland und hatten einen weiten Blick von oben über die Ebene der in die Breite wachsenden Stadt.

Darüber hinaus haben wir nicht nur das Glück, die beiden hier treffen zu können, sondern auch das Wetter spielt wunderbar mit und bei ca. 23 Grad und strahlend blauem Himmel gelingt der Start auf Neuseeland sehr gut. Die Anreise-Unannehmlichkeiten fangen schon an, in den Hintergrund zu treten.

Nach zwei Nächten heißt es dann für uns, Abschied zu nehmen von Christchurch. Und auch von einem netten Schweizer Ehepaar aus Zürich, die im gleichen kleinen Bed and Breakfast Haus übernachtet haben, allerdings ihre Rundtour durch Neuseeland bereits hinter sich haben. So „erben“ wir von ihnen nicht nur ein paar nicht mehr benötigte Medikamente für Sonjas leichte Erkältung, sondern auch noch einen relativ neuen Handgepäck-Trolley, den sie nicht mehr brauchen. Wir aber gerne annehmen, da ein sehr alter von uns schlapp macht und bereits beide Räder nicht mehr richtig funktionieren.
Und am Sonntag, dem 8. Februar, holen wir uns dann das vorgebuchte Auto ab. Jetzt geht unsere Rundreise also richtig los. Auf zum Lake Tekapo am Rande der Neuseeländischen Alpen. Ca. dreieinhalb Stunden Fahrt haben wir vor uns.
Heute ist es allerdings deutlich kühler und der Himmel grau – als wir in Christchurch aufbrechen. Nun gut, denken wir, nach den zwei tollen Tagen müssen wir heute damit leben.
Aber auf einer Passhöhe, ca. eine halbe Stunde vor dem Lake Tekapo, kommt das erste Blau des Himmels zum Vorschein und auf einem Stopp mit Blick auf die Alpen reißt der Himmel gänzlich auf. Es wird wieder ein wunderschöner Tag!

Spannend anzusehen auch diese Wolke, die sich noch über eine Bergkette schiebt, dann aber nicht mehr weiter kommt. So etwas kennen wir von den Kanarischen Inseln.

Am frühen Nachmittag erreichen wir dann den wunderschönen See und jetzt hat mich meine Seele auch eingeholt und Sonja und ich genießen diesen Anblick.


Das einzig negative sind die doch zahlreichen Touristen, davon gefühlt 80 % aus Asien.
Schön hier auf dem nächsten Bild nochmal die steckengebliebene Wolke oberhalb einer angrenzenden Bergkette zu erkennen.
Der Einstieg in unsere Reise durch Neuseeland ist jedenfalls gut gelungen und nachdem wir nun in den Bergen angekommen sind, freuen wir uns auf das, was noch kommen wird.

Für den Überblick hier eine Karte von Neuseeland mit dem Startpunkt Christchurch und unsere erste Tagestour.


Kein Wunder, dass die Seele ein bisschen langsamer ankommt – nach dem Bogen um die halbe Erde, 12 Stunden voraus und mit den bizarren Eindrücken von der Metropolis Singapur… das braucht etwas Zeit, ein paarmal Aufwachen. Wie schön, dass Ihr in Christchurch so freundlich-familiär, aber auch öko-nüchtern empfangen wurdet und nun ankommen könnt! Da passt doch wunderbar die Annäherung an die Alpen und ein (hoffentlich!) stiller Moment in der Church of the Good Shepherd mit dem Blick auf die Tekapo-Seen. Auch ohne Collie an der Seite – weiter gute Reise! Manfred.
damals haben wir die tour genau andersherum gemacht. das wird ein schönes erinnern für mich. danke, das ich dabei sein darf.
euch wünsche ich eine wunderschöne zeit, neuseeland ist einfach toll!!!
Sieht alles toll aus, ich wünsche euch eine schöne Reise.
Genießt es einfach.
Hallo ihr Zwei,
das sieht und hört sich doch ganz gut an…. Und das Wetter
hier, es sind ca. 4 Grad🥶.
Traumhaft schöne Landschaft. Euch weiterhin viele schöne Erlebnisse u. freu mich schon auf die nächsten Berichte u. Bilder