
Ich sitze hier unter einem großen Walnussbaum im Garten vor unserem Cottage bei Cromwell und genieße diese wunderbare Atmosphäre und Ruhe. Gleich machen wir den Grill an und dann gibt es unser Abendessen auf der Veranda. Heute soll laut Gill, unserer Vermieterin, der heißeste Tag diesen Sommers sein. Schön, ihn so im Garten genießen zu können.
Aber jetzt erstmal zurück zum Lake Tekapo. Dort sind wir ja am Sonntag, dem 8. Februar nach der Fahrt von Christchurch angekommen.
Es ist Nachmittag und ein herrlicher Sommertag.

Unser Zimmer für zwei Nächte mit Seeblick ist recht neu und modern und groß. Hier können wir uns nach dem Start in Christchurch gut entspannen und ankommen. Und nun erstmal runter zum See und irgendwo etwas trinken und einen Happen essen.
So richtig „romantisch“ machen es die Neuseeländer nicht. Vor einigen Cafés und Restaurants ist ein Parkplatz mit „Blick zum See“ für die Autos. Wie kann man sich so etwas ausdenken? Aber dann kommt doch noch ein gemütliches Restaurant, mit einer Terrasse direkt zum See, bzw. mit einer Wiese davor. Wir haben auch Glück mit einem freien Tisch und hier werden wir auch später zu Abend essen. Jetzt aber zwei Glas Sauvignon Blanc aus der Region Marlborough und einfach nur sitzen und schauen…
Morgen wollen wir tagsüber eine Wanderung entlang des Sees machen und dabei auch zur Sternwarte aufsteigen, die dann später am Abend eins unserer Highlights hier werden soll: eine Führung zum Observatorium mit Möglichkeit, die Teleskope selbst auszuprobieren.
Das steht aber erst morgen an. Jetzt schauen wir über den See und entdecken auf der gegenüberliegenden Seite zwei Wohnmobile. Sie stehen auf dem „Bullock Wagon Trail“.

Auf diesem haben die ersten Siedler im vorletzten Jahrhundert mit Ochsen-bespannten Wagen die Region erschlossen. Welch ein Unterschied zwischen diesen damaligen Wagen und den heutigen vollausgestatteten Wohnmobilen!
Außerdem gab es damals natürlich noch keine Brücken. Sie mussten mit den Ochsen halsbrecherisch durch die Flüsse und auch am Lake Tekapo durch eine flache Furt. Dort wo heute eine Brücke alle Touristen und Einheimischen sicher von einer Seite zur anderen bringt.
Wir lassen den heutigen Tag nun ruhig und entspannt ausklingen.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen bereiten wir uns auf unsere erste Wanderung auf unserer Tour durch Neuseeland vor. Da wir mehr Zeit haben, können wir meistens mindestens zwei Nächte an einem Ort bleiben und so den vollen Tag dazwischen für Aktivitäten nutzen.
Heute steht diese Wanderung an:

Und wieder bei tollem Sommerwetter.




Diese „kuschelige“ weiße Wolke, die es auch schon gestern an der gleichen Stelle gab, ist wieder da und wird sich auch den ganzen Tag über kaum verändern.
Und dann kommen wir ans Ende der Wanderung bzw. an den Punkt wo, wie umkehren und auf den Mount John hinaufsteigen.
Hier zeigt sich beim Blick in die Ferne die „unendliche“ Weite und Einsamkeit. Und im Hintergrund zieht sich die Bergkette der neuseeländischen Alpen entlang, die bis zu 3.754 m hoch sind.


Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir die Höhe des Observatoriums, das schon die USA in den 1960er Jahren nutzten. Der Himmel hier soll der dunkelste in ganz Neuseeland sein und man kann dadurch wunderbar alle Himmelskörper und auch die Lichtstraße schon mit bloßem Auge erkennen.


Tagsüber sind wir hier natürlich nicht allein. Insbesondere die Asiaten (man kann auch mit dem Auto hier hoch fahren) schwirren um uns herum und machen alle immer wieder die gleichen Posen:


Wir wandern den Weg durch den Wald hinab in den Ort, stärken uns in unserem Lieblingsrestaurant und erwarten den Abend mit dem angekündigten Highlight:

Um 21:45 Uhr fahren wir mit einem Guide zusammen in einer Gruppe durch die stockdunkle Nacht über eine kleine kurvenreiche Straße zum Observatorium hinauf und können anderthalb Stunden in dicke Jacken gehüllt die Planeten, Sterne und die Lichtstraße erleben. Heute Abend ist es so dunkel, dass wir sogar eine dunkle Wolke in der Lichtstraße erblicken können. Das soll anscheinend nur sehr selten zu sehen sein. Nun ja, ich wusste noch nicht einmal, dass es so etwas gibt. Aber die junge astronomische Führerin ist so begeistert bei ihrer Ansprache, dass man doch ganz ehrfürchtig alles versucht, zu verstehen und zu erkennen.
Die Führung ist wirklich ein Highlight, auch wenn ich leider keine akzeptablen Fotos machen konnte.
Am nächsten Morgen geht es dann weiter zum größten Berg Neuseelands, dem Aoraki (Mount Cook).
Vorher aber noch ein letzter Versuch, die berühmte alte kleine Kirche „Good Shepherd“ ohne viele Touristen zu erwischen. Es klappt einfach nicht. Die Asiaten sind immer schon da, wie man auf dem Foto sehen kann.

Aber egal, auf geht es zum Aoraki:

Wir lassen uns Zeit, denn am Ziel haben wir wieder für zwei Nächte gebucht.
Als erstes erreichen wir den Lake Pukaki. An ihm müssen wir ca. 30 Kilometer entlang fahren Richtung Aoraki. Das sind schon andere Dimensionen hier.
Es ist leicht bewölkt, aber warm.

Tja, und auf dem Weg machen wir natürlich auch einige Stopps:

Aber unsere Freunde sind auch alle da:

Bei einem Café auf halber Strecke treffen wir Axel und Monika aus Offenbach, die mit ihrem eigenen Wohnmobil für anderthalb Jahre auf Tour durch Neuseeland und Australien sind. In Deutschland haben sie alles verkauft und sind jetzt erstmal unterwegs. Was danach kommt, wollen sie dann mal schauen. Toll!
So sah es früher hier aus. Die Brücke gibt es aber immer noch. Genauso einspurig!

On the road …


Am Ziel in Aoraki / Mount Cook Village angekommen haben wir noch Zeit und machen zum Eingewöhnen hier eine kleine Wanderung zum Kea Point. Morgen steht dann bei angekündigtem herrlichen Sommerwetter unser nächstes Highlight an: der faszinierende Blick auf den wolkenlosen Aoraki und eine Bootsfahrt auf dem Tasman Gletschersee.



Ja, das wäre es für heute, Dienstag, der 10. Februar.
Eine kleine Vorschau auf morgen:

Hallo ihr Zwei,
wenn ich das so lese u. eure Bilder sehe, da kommt ganz großes Fernweh auf. Lustig finde ich, bei deiner Reise durch Deutschland, hättest du immer wieder Bilder vom Kuchen u. Weizen Bier, hier werden es wohl die Asiaten sein😳🤔😂
„Ni hao“ aus der Heimat 😉
Schöne Eindrücke und viele gute Erinnerungen kommen mir da in den Kopf!
Euch noch viele schöne Eindrücke
Stefan