Inzwischen „verschwimmen“ die Tage. Es ist nicht mehr wichtig, ob heute der 13. oder der 17. ist und ob wir Dienstag oder Freitag haben. Das Gefühl, auf Reise zu sein, hat sich inzwischen eingestellt und es ist „normal“ und gut, weiter zu ziehen. Nicht gleich nach einer Übernachtung, aber spätestens nach der dritten.
Nun sind wir also zwei Nächte auf Rakiura (Stewart Island). Das ist Neuseelands dritte Insel, die noch südlichere als die Südinsel. Allerdings sehr viel kleiner.
Und so sind wir hier hergekommen: erstmal ganz normal mit dem Mietwagen aus den Catlins bis nach Bluff, der Hafenstadt im Süden der Südinsel. Und dort wartet die Fähre zum Übersetzen nach Oban auf Rakiura auf uns.


Die Überfahrt mit einem kleinen Katamaran-Schnellboot von Bluff nach Oban ist die härteste Schiffstour, die ich je gemacht habe. Eigentlich macht mir Seegang überhaupt nichts aus, im Gegenteil, es macht mir Spaß, aber wir haben starken Wind und Seegang, so dass das Schiff nicht nur über alle Achsen hin- und herschaukelt, sondern in Fahrtrichtung auch immer wieder sehr hart mit dem Rumpf auf die Wellen aufschlägt. Und diese Schläge sind auf Dauer bei einer Stunde Fahrzeit doch eher unangenehm.
Hier sind wir noch zuversichtlich …

und der rothaarige Wuschelkopf Kapitän macht auch einen coolen Eindruck

Aber dann geht´s los


Wobei ich die wilde Fahrt per Fotos nicht wiedergeben kann. Aber wir kommen alle gesund an. Einigen Passagieren geht´s besser, einigen schlechter. Wir sind so mittel gut drauf.
Unser Cottage Kaka Retreat für zwei Nächte liegt am Rande des Regenwaldes, ist angenehm rustikal und man hört sofort die vielen verschiedenen Vogelstimmen.

Dieser Kaka wartet schon auf uns, als wir uns auf der Veranda niederlassen, ob wir wohl etwas für ihn zu fressen haben. Haben wir aber nicht. Er ist ganz schön groß und hat einen großen spitzen Schnabel.

Nachdem wir uns im Ort und in der Umgebung umgesehen haben, schauen wir mal, wo wir denn etwas zum Abendessen bekommen. Unsere Vermieterin hatte das Restaurant in einem kleinen Hotel empfohlen, es ist eigentlich auch das einzige, wo man abends etwas bekommt, wie wir später bemerken. Oban ist nicht sehr groß …
Aber uns gefällt der ebenfalls im Hotel befindliche Pub so gut und da man dort auch das gleiche Essen bekommt, wird er für uns zum Stammplatz für die Zeit auf Rakiura.




Dadurch, dass es der einzige Ort ist, wo man abends hingehen kann, treffen sich hier auch alle, die Dorfjugend beim Billard oder die Straßenarbeiter zum Feierabendbier oder die Fischer oder natürlich alle Touristen. Wir genießen jedenfalls die Atmosphäre. Abends zum Dinner, nachmittags auf einen „Flat white“, eine Art Latte macchiato, und morgends nach dem Frühstück draußen auf der Bank in der Sonne mit Blick auf die Bucht.

Einmal liegt sogar ein kleines Kreuzfahrtschiff in der Bucht …

… und dann schauen wir den Möwen zu, die sich über die Reste eines Lunchtellers hermachen …

… oder es fährt einfach so auf der Straße ein Boot vorbei …

In unserem Pub ist immer was los.
Aber natürlich machen wir auch einen geführten Kleingruppenausflug zur noch kleineren Nachbarinsel Ulva Island, einem Tierschutzgebiet, um dort insbesondere die vielen einheimischen Vögel kennen zu lernen. Leider kann uns die sympathische und sehr engagierte Führerin nicht so sehr viele zeigen. Viele hören wir zwar, aber sie sitzen oben in der dichten Blätterkrone der Bäume und lassen sich nicht so leicht aufspüren.
Den Kaka haben wir ja schon bei unserem Cottage erlebt und ein anderer „Gelbkopf“ entpuppt sich …

… als wenig aufmerksam. Er flog jedenfalls im Sturzflug auf Sonja zu und sie konnte Sekundenbruchteile vor einem Einschlag auf ihrem Kopf „Auge in Auge“ gerade noch zurückspringen.
Von anderen Tieren wie z.B. den Pinguinen können wir noch lustige Spuren entdecken:

Hier ist im Sand am Strand vor kurzem ein kleiner Pinguin entlang gewatschelt. Man sieht eindeutig seine Fußabdrücke und dann als Querstreifenabdrücke die Arme, die herunterhängen und auch ihre Spuren hinterlassen.
Den Kiwi, das Wappentier Neuseelands, bekommen wir auch nicht zu Gesicht. Er ist eher nachtaktiv. Aber immerhin hinterlässt auch er seine Spuren und macht dabei große Schritte.

Ansonsten ist es auf der Insel einfach toll, durch den dichten Regenwald zu spazieren.





Und schöne einsame Strände gibt es hier auch:


Zum Abschluss noch zwei Besonderheiten: als erstes ein blauer Pilz

…. und dann ein Blatt, das man in Neuseeland auch als Postkarte benutzen kann. Auf der einen Seite ist es sehr fest und und auf der Rückseite so weich, dass man darauf ganz leicht schreiben kann. Und wenn man eine Briefmarke draufklebt, wird es von der Post auch transportiert. So hat es uns jedenfalls die Führerin erzählt.


Und das war´s von Rakiura. Uns hat es jedenfalls hier gut gefallen, aber es geht weiter auf unserer Reise ins Fjordland nach Te Anau.
Hallo Roland und Sonja, ich freue mich das ich durch den Reiseblog an eurer Neuseeland Reise teilhaben darf. Es sind tolle Bilder und die Erklärungen dazu macht das ganze interessant. Lieben Dank für deine Mühe Roland.
Das die Wochentage und das Datum nicht mehr so wichtig sind und ihr somit auf eurer Reise und das weiterziehen angekommen seid,finde ich super.
Bei eurer Überfahrt hätte ich wahrscheinlich so ausgesehen🤢 🤢 🤢 🤢 🤢 🤢 🥴 🥴 🤮
Aber ihr seid ja Seegang fest.
Das mit dem Blatt als Postkarte finde ich ja spannend. Habt ihr eins mitgenommen um es mal auszuprobieren, wie es sich darauf schreiben lässt 🤔
Weiterhin eine tolle Zeit euch, tolle Begegnungen, Erlebnisse.
Ich freue mich wieder neues von euch zu sehen und zu lesen.
Liebe Grüße Kerstin