Samstagmorgen – in der vergangenen Nacht gab es schwere Gewitter und lang anhaltenden Starkregen über Schongau. Das war angesagt und kam nicht überraschend. Fraglich ist, wie es tagsüber weitergeht. Der Wetterbericht ist „sehr durchwachsen“. Die Frau beim Frühstücksbuffet meint, bis 17 Uhr würde es regnen. Mein Regenradar ist da etwas optimistischer, so dass ich spätestens ab 12 Uhr loswandern könnte.
Nun, ich frühstücke erstmal in Ruhe, habe ja Zeit. Die Wanderung ist auch nicht so lang.
Nach dem Frühstück bummele ich noch etwas auf dem Zimmer. Draußen wird es immer freundlicher. Das Regenradar ist noch unentschlossen, ob ich schon los könnte oder noch bis 12 Uhr warten soll.
Ich nehme die Entscheidung selbst in die Hand, packe den Rucksack und gehe los. Es ist 11 Uhr.
Im Laufe des Tages zeigt sich, dass ich eher Sonnencreme hätte auftragen sollen als meinem Rucksack die Regenhaube überziehen.
Aus Schongau bin ich schnell raus und drin im Wald.

Da will ich hin:

Dann geht es erstmal runter zum Lech.


Auf dem aufgestauten Lechsee schwimmt ein Floß. Man kann es mieten und damit private Floßfahrten unternehmen. Hätte ich ja auch mal Lust drauf. Heute geht es leider nicht.

Ich bin ja zum Wandern hier. Und es ist nach dem Regen in der Nacht eine ganz andere Atmosphäre als noch gestern in der Hitze. Es ist stiller und die Luft ist kühler, fühlt sich aber nicht unbedingt frisch an Das liegt wohl an der hohen Luftfeuchtigkeit.

Und dann komme ich wieder an so eine Stelle mit fantastischem Alpenblick. Bei Sonne und blauem Himmel würde es natürlich noch ganz anders wirken. Aber ich freue mich, die Alpenkette endlich so deutlich auf dieser Tour zu sehen.


Mein Weg führt mich hier und eigentlich schon lange entlang des Lechs in die Nähe der antiken Via Claudia Augusta. Dies war eine der wichtigsten Heeres- und Handelsstraßen der Römer. Fertiggestellt wurde sie von Norditalien bis oberhalb von Augsburg von Kaiser Claudius im Jahre 47 n. Chr.. Immer mal wieder finden Archäologen bei Ausgrabungen Spuren von Besiedlungen entlang der Straße.

Ich freue mich, dass die Wolken statt zu regnen, aufreißen und erste blaue Löcher am Himmel erscheinen.

Dann führt mich mein Weg an diesem Prachtexemplar von Baum vorbei. Ich bleibe stehen und gehe sogar noch ein paar Meter zurück, …

… seine ganze Größe zu sehen.

Dadurch, dass die Sonne rausgekommen ist, wirkt es im Wald gleich viel heller und das Grün strahlt mich an.


Rundum alles grün in grün.


Passend dazu wenig später dieses Schild.

Und dann trete ich raus aus dem Wald auf ein Stück Weg über grüne, frische Wiesen. Und im Hintergrund wieder die Alpenkette. Herrlich!



Ja, es wird immer deutlicher: ich bin bald am Ziel. Nur noch drei Tagesetappen bis Füssen. Dienstagnachmittag bin ich am Ziel.
Die heutige Tour habe ich auch wieder die ganze Zeit genossen. Gerade auch die letzten Kilometer über die Wiesen bei leichtem Sonnenschein und dem Blick auf die Bergkette. Dazu das Läuten der Kuhglocken. Es ist hier schon anders als in Norddeutschland.
Aber – irgendwie war es ja überall schön. Zum Glück habe ich meine Fotos und Beschreibungen und kann es noch einmal nachlesen.

Hier noch die Wanderkarte von heute.
