Alpenüberquerung Tag 14, Montag, 21. August 2023 – vorbei an den Krimmler Wasserfällen zum Krimmler Tauernhaus

Heute verlassen wir das Pinzgau. Es geht ca. 600 Höhenmeter aufwärts und immer Richtung Süden. Richtung Italien bzw. Südtirol. Die Landschaft und auch unsere Wanderwege werden sich verändern. Es wird alpiner.

Aber noch sind wir in Österreich auf gut 1.000 m Höhe und um uns herum ist alles grün. Bis auf den blauen Himmel natürlich. Und bis auf die weiße Gischt des Wasserfalls oder des Baches, der Krimmler Ache.

Gut gestärkt durch das Frühstück ziehen wir los. Ich kann es kaum erwarten, freue mich auf die heutige Tour und bin gespannt auf das Krimmler Tauernhaus.

Die drei Krimmler Wasserfälle sind schon von weitem zu sehen. Und hören können wir es auch, wie das Wasser die Steilstufe überwindet und dumpf herunterpoltert.

Nachdem wir das Dorf hinter uns gelassen haben, geht es in den Wald. Einsamkeit war nicht zu erwarten und so kommt es auch. Viele Tagestouristen sind hier, um sich das Naturschauspiel anzusehen. Die Wege sind breit und gut ausgebaut, familientauglich. Zumindest im unteren ersten Bereich.

Zwischen den Bäumen haben wir jetzt schon einen guten Blick auf den unteren Wasserfall und es wird immer lauter.

Wir kommen zu einer Stelle, wo sich einige Regenjacken anziehen. Wir wundern uns erst, sehen dann aber, dass sie sehr dicht an Wasserfall herangehen wollen und durch die Höhe des Falles verteilt sich die Gischt und nebelt alles drumherum ein. Wir bleiben in angemessenem Abstand und wollen trocken bleiben.

Der Weg schlängelt sich jetzt relativ steil im Wald nach oben. Aber tapfer bleiben auch die Familien mit kleinen Kindern und andere schwer schnaufende Touristen mit Halbschuhen dabei.

Der Blick lohnt sich ja auch.

An der oberen Wasserabsturzkante angekommen haben wir nicht nur einen tollen Blick hinunter ins Tal, sondern sehen auch einen Regenbogen.

Gut zu erkennen ist auch eine gut ausgebaute Aussichtsplattform mit einigen Touristen, die alle ihre Kameras gezückt haben, um das eindruckvollste Fotos zu schießen, so wie wir ja auch.

Bald danach öffnet sich der Wald etwas und die Krimmler Ache kommt uns nun etwas ruhiger als rauschender Bach entgegen. Noch haben wir einige Kilometer zu gehen, aber in herrlicher Landschaft, immer am Bach entlang.

Und dann ist es Zeit für eine Rast, einen Schluck Wasser und das morgens geschmierte Brötchen. Und anschließend noch etwas Sonne tanken und die Beine lang machen.

Wenig später weitet sich das Tal und der Bach schlängelt sich durch die Wiesen.

Zwei bewirtschaftete Hütten kommen ins Blickfeld, die Veitenalm und die Hölzlahneralm. Auch wenn wir gerade erst eine Rast am Bachbett hatten, so eine Almhütte kann man nicht so einfach links liegen lassen. Das ist jedenfalls meine Meinung, Sonja könnte auch gut dran vorbeigehen.

Wir entscheiden uns für die kleinere Veitenalm und kehren dort ein.

Neben Holzbänken und Tischen gibt es auch ein paar Liegestühle. Wir holen uns einen Holler für Sonja und ein alkoholfreies Weizenbier für mich und machen es uns gemütlich.

Dann geht´s weiter und so langsam sind die letzten Tagestourenwanderer, die noch wieder zurück ins Tal nach Krimml müssen, weg und wir treffen nur noch wenige andere Wanderer.

Vor uns erheben sich in der Ferne die umliegenden Dreitausender, zum Teil noch mit Schnee- oder Gletscherfeldern.

Und dann kommt auch das Krimmler Tauernhaus in Sicht.

Die älteste urkundliche Erwähnung des Krimmler Tauernhauses datiert aus dem Jahr 1389. Die Einrichtung dieser Raststation auf dem seit alters her für den Regionalverkehr begangenen Weg über den Krimmler Tauernpass besteht wohl schon wesentlich länger. Händler, die in der warmen Jahreszeit mit ihren Tragtieren Wein und Brandwein aus dem Süden importierten und dort Salz als Gegenfracht anboten, aber auch wandernde Handwerker und Bauern benützten den schwierigen Weg über die Krimmler Tauern als Nord-Süd Verbindung über die Alpen. 

Die Besitzer des Tauernhauses waren verpflichtet, den Tauernweg zu beaufsichtigen und die Reisenden zu betreuen. Als das Tauernhaus 1906 an Simon Geisler, den Urgroßvater des jetzigen Eigentümers ging, begann eine neue Ära. Er baute das Haus zu einem komfortablen Gasthaus aus. Ein zusätzliches Obergeschoß bot übernachtenden Gästen mehr Platz und ein sorgfältiger Umbau im Erdgeschoß, bei dem die 600 Jahre alte Stube bewusst unangetastet blieb, verwandelte es in ein zeitgemäßes alpines Schutzhaus und Gasthaus. 

So ungefähr steht es in der Chronik des Hauses. Na, dann schau´n wir mal. Hier geht´s hinein …

und das ist der Blick von der Terrasse in Richtung Tauernpass, wo es uns morgen hinzieht.

Aber erstmal genießen wir unser Schmutzbier, nachdem wir die Rucksäcke aufs Zimmer gebracht haben. Dann geht´s unter die Dusche und anschließend zum Abendessen in die 600 Jahre alte Gaststube. Wir haben glücklicherweise dort einen Tisch bekommen. Draußen wäre es abends in der Höhe zu frisch gewesen. Aber nach dem Essen ziehen wir eine Jacke über und genießen ein wenig Alpenglühn.

Und hier die nüchternen Zahlen zu der heutigen Etappe.

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