Alpenüberquerung Tag 13, Sonntag, 20. August 2023 – bis ans Ende des Tales

Wir frühstücken wieder auf der Terrasse. Mit Blick in den Garten und die umliegenden Berge. Und auf den wieder strahlend blauen Himmel. Wir haben einfach Glück mit dem Wetter. Bis auf den Ankunftstag in Berchtesgaden am Königssee werden wir vom Wetter verwöhnt. Vielleicht ein Ausgleich für den Wasserschadenstress in den Tagen zuhause vor der Abreise oder eine Belohnung, dass wir nicht aufgegeben und alles abgesagt haben. Etwas umplanen und neue Ziele setzen; dann eben nicht über das Steinerne Meer, sondern hinten rum über den mit besonderen Erinnerungen behafteten Hintersee, die urige ehemalige Zollstation Hirschbichl mit der Entdeckung des Hollers, durch die mystische dunkle Seisenbergklamm und zu den freundlichen Indern mit ihren Pavillons auf der Wiese nach Zell am See. Ab da waren wir ja wieder auf der ursprünglichen Route.

Und nun geht´s gleich weiter, für jeden mit ca. 2 kg weniger Gepäck! Juchhuh! Ich kann mich nun zwar nur noch einmal rasieren in den nächsten zwei Wochen, das Ladegerät ist im Paket nach Hause, der Akku hält nur noch für einmal, aber das muss dann eben reichen.

Jetzt wollen wir auch weiter. Die zwei Nächte hier im Hotel im Tal waren ganz angenehm und die „Ruhetagswanderung“ gestern oben auf dem Wildkogel ohne Rucksäcke auch entspannt, aber uns zieht´s weiter. Wir sind längst im „Trecking-Flow“. Außerdem freue ich mich auf die Krimmler Wasserfälle. Und auf die anschließende Tour hoch zum Krimmler Tauernhaus sowie die tags drauf stattfindende „Königsetappe“ unserer Alpenüberquerung mit dem Überschreiten des Alpenhauptkamms am Krimmler Tauernpass auf 2.633 m Höhe. Und ich freu mich dann auch noch mehr auf die gleich dahinter liegende urig kleine Obere Tauernalm, die nur ein kleines Zimmer zum Übernachten hat. Und das haben wir reserviert. Ja, da liegt so viel Spannendes vor uns! Auf geht´s! Außerdem wird es hier schon wieder zu laut. Es ist Sonntag und da ist das Haus ziemlich voll.

Zuerst queren wir die Wiesen im Tal und wandern auf die Südseite. An den Fuß des Nationalparks Hohe Tauern.

Dort geht es ein Stück an der Salzach entlang. Im Schatten der Bäume ist es etwas frisch für kurze Hose und T Shirt, aber das wird sich bald wieder ändern.

Am Ausgang vom Untersulzbachtal ist ein kleiner Wasserfall auf der Karte eingezeichnet, den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Es ist zwar ein kleiner Umweg, aber wir kraxeln einen schmalen Pfad hoch, um etwas vom ihm zu sehen.

Da ist er. Nun ja, so beeindruckend finden wir ihn jetzt allerdings nicht. Da macht sich dann doch bemerkbar, dass es nicht der erste Wasserfall in unserem Leben ist.

Also wieder zurück auf den Weg nach Krimml. Und der verläuft schön in der morgendlichen Sonne mitten durch eine Wiese.

Jetzt haben wir das Pinzgau Tal fast durchquert und steigen im Wald erstmal wieder ein wenig bergan. Zurück schauend können wir sehen, wo wir herkommen.

Eine alte Bank unter einem Baum wäre ideal für eine kleine Rast und um den Blick zurück schweifen zu lassen. Leider ist sie besetzt. Aber – das nette Wanderspaar erhebt sich, als wir uns nähern und bietet uns die Bank auch direkt an. Dankend setzen wir uns. Ein herrlicher Platz.

Und dann geht´s weiter auf schmalem Pfad den Berg hoch.

Bald erreichen wir die Gaststätte Friedburg, wo wir uns ein kühles Getränk und eine Suppe gönnen. Witzig sind die Wirtsleute, die mit ihren Rechen vor dem Haus etwas Ungewöhnliches geschaffen haben:

Und wahrscheinlich sind sie es auch gewesen, die auf dem weiteren Weg einige „Gartenzwerge“ drappiert haben.

Wir genießen jedenfalls den Weg und nähern uns langsam auch schon unserem Ziel.

Vorbei an Vorderkrimml und Unterkrimml kommt Krimml selbst in Sicht. Auf der anderen Talseite steht vorher noch ein Haus mit besonderer Lage: Hotel Falkenstein. Aber da wollen wir nicht hin.

Wir müssen erst noch die Salzach überqueren …

… und haben es jetzt nach vier Stunden geschafft!

Zwischen den Bäumen sind im Hintergrund auch schon die Krimmler Wasserfälle zu sehen. Aber dahin kommen wir morgen. Heute geht es erstmal ins Hotel und zu unserem Schmutzbier auf der Terrasse im Garten.

Und noch ein bisschen ruhige Abendstimmung vom Balkon aus. Der Bär steppt hier jedenfalls nicht.

Die Tages-Wanderkarte:

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