
“Alpenüberquerung“ – für alle Wanderer ein legendärer Begriff!
Auch ich habe mich schon seit langem damit beschäftigt, dies aber immer als nicht realisierbar für mich wieder verworfen. Insbesondere, da ich lange nicht schwindelfrei genug war und es auch heute noch nicht komplett bin.
Außerdem habe ich meist an die Urstrecke „München nach Venedig“ gedacht und das ist mir zu weit bzw. in Teilabschnitten nicht interessant genug. Da Alpenüberquerungen in den letzten Jahren auch in Mode gekommen sind, leiden einige Strecken und Berghütten leider an Überfüllung und das muss ich nicht haben. Aber nun soll es doch losgehen. Nach meinem Kurs mit einem Bergführer des Deutschen Alpenvereins zum Thema „Höhenangst – Schwindelfreiheit“ im Jahr 2020 und der im gleichen Jahr mit Sonja gegangenen zehntägigen Tour über den Dolomitensteig Nr. 1 und rund um die drei Zinnen war der Anfang gemacht. Und die Bergtouren in den zwei darauffolgenden Jahren am Wilden Kaiser und rund um Zermatt gaben mir ein gutes Gefühl, mich doch noch einmal diesem Thema zu widmen.
Ich wollte aber keine „klassische“ Strecke gehen, sondern mir selbst eine zusammenstellen. Wanderbücher zu Alpenüberquerungen gibt es ja genug, da habe ich mich natürlich auch informiert und mir Ideen geholt, und mit Wander-Apps von Komoot oder Outdooractive ist es auch recht gut möglich, eine vierwöchige Tour durch die Alpen selbst zu planen.
Anfangs sollte es eine „richtige“ Alpenüberquerung sein, also nicht nur z.B. in einer Woche über den Alpenhauptkamm, sondern wenn, dann vom nördlichen Alpenrand bis zum südlichen. Und da fiel mir ziemlich schnell die Strecke vom Königssee bei Berchtesgaden bis zum Gardasee ein. Schnell wurde mir aber klar, dass das 6 bis 8 Wochen geworden wären und damit zuviel. Andere Routen haben mich aber nicht so begeistert und so blieb es bei meiner ersten Idee, allerdings so, dass ich die Strecke geteilt habe. Der erste Teil geht nun „nur“ vom Königssee bis zur Seiser Alm in Südtirol und in einem zweiten Teil steht dann der Abschnitt von dort bis zum Gardasee an.
Dieser erste Teil bedeutet immer noch 21 Wandertage mit 320 km und ca. 12.000 Höhenmetern rauf und wieder runter. Dabei wird am Tauernpass auf ca. 2.700 m der Alpenhauptkamm überquert und man geht von Österreich nach Italien. Das erschien Sonja und mir machbar und ich arbeitete die Tour im Januar detailliert aus und buchte die Zimmer auf den Berghütten und in den Hotels in den Tälern. Denn wir wollten möglichst keine Lagerbetten auf den Hütten, sondern wo es geht, Zweierzimmer. Und die gibt es inzwischen, aber man muss sie rechtzeitig vorbuchen. Das hat alles gut geklappt, nun muss die Tour „nur“ noch gegangen werden.
„Auf dem Berg spüren wir die Freude am Leben, das Gefühl, uns gut zu fühlen, und die Erleichterung, das irdische Leben vergessen zu haben. Und das alles, weil wir näher am Himmel sind.“ Emilio Comici