Alpenüberquerung Tag 06, Sonntag, 13. August 2023 – Wanderung nach Zell am See

Frühstücken auf einer Gartenterrasse bei herrlichem Wetter und mit solch einem Blick! Was will man mehr?

Schatten! Wir wechseln tatsächlich den Tisch nochmal und gehen an einen, der Schatten von den Sonnenschirmen erhält.

Sonne werden wir heute auch noch reichlich erhalten. Wir werden am Rande des Tales Richtung Zell am See mehr auf freier Fläche unterwegs sein. Ansonsten wird es eine eher ruhige und unspektakuläre Etappe werden. Mehr Strecke als Höhenmeter. Die Rucksäcke werden dadurch aber auch nicht leichter, noch sind wir nicht im „Flow“ und schweben nur so die Kilometer dahin.

Beim lockeren Wandern über die Wiesenwege fällt der Blick zurück auf die Berge des Steinernen Meeres. Ursprünglich wollten wir ja, wie schon erwähnt, über diese Route, also um den Königssee herum und über das Kärlinger- und Riemannhaus gehen. Letzteres liegt in beeindruckender Lage direkt neben dem „rechteckigen Bergklotz“ auf dem Bild, am Rand der Ramseider Scharte, von wo aus man auf einem Steig hinunter nach Saalfelden wandern kann. Einmal im Jahr findet auch eine Wallfahrt hinauf statt und am Riemannhaus gibt es einen Gottesdienst. Diesen Plan schieben wir nun aufs nächste Jahr. Dann ist der Umbau des Riemannhauses hoffentlich auch abgeschlossen, der dieses Jahr den Berghüttengenuss etwas gemindert hätte.

Wir verlassen das weite, heiße Tal und haben ein Stück Wegstrecke im Wald vor uns. Angenehm! Ich freue mich schon auf die Ankunft in Zell am See. Unser Hotel liegt direkt am Wasser und ich möchte meine Badehose nicht umsonst mitgeschleppt haben.

Der erste Blick zwischen den Bäumen hindurch auf unsere Tagesziel!

Nach einer weiteren dreiviertel Stunde erreichen wir den Ort. Unser Hotel ist auch gleich am Anfang.

An der Rezeption erstmal die Rucksäcke abstellen und sich umsehen. Das Haus hat ein Restaurant mit einer kleinen Terrasse zum See hinaus. Die gefällt uns. Da wollen wir zu Abend essen! Also gleich mal nach einem Tisch fragen und reservieren. Leider geht das nicht so einfach. Es ist wohl schon fast alles reserviert. Und wir sehen im Vergleich zu den meisten anderen Hotelgästen auch etwas durchgeschwitzter und nicht so schick gekleidet aus …

Na, vielleicht täuscht das auch. Schließlich können wir den Kellner doch noch überzeugen und wir bekommen einen Tisch auf der Seeterrasse.

Jetzt schnell aufs Zimmer. Und das ist der Blick von unserem Balkon auf den See! Da wir hier unseren ersten Ruhetag eingeplant haben, nach vier Wanderetappen, war uns ein Zimmer direkt zum See hin wichtig. Eins in die andere Richtung hätte auch einen riesigen Nachteil: nicht weit entfernt fährt die Bahn entlang, direkt durch den kleinen Ort. Und es fahren hier nicht nur alle paar Stunden ein kurzer Zug durch, sondern auch lange Güterzüge und diese besonders in der Nacht! Na ja, alles hat auch seine Kehrseite.

Nach einem erfrischenden Bad im See und kurzer Ruhepause auf den Liegen geht´s zum Abendessen auf die Terrasse. Sonja nimmt ihr obligatorisches Weizenbier und ich zum Fisch einen Riesling. Da wir ja morgen den Ruhetag hier haben, können wir es heute Abend sehr entspannt angehen. Und unsere Körper freuen sich auch darauf, wieder mal ohne Rucksack unterwegs sein zu können.

Heute ist der sechste Tag incl. der Bahnanreise nach Berchtesgaden. Wir sind unterwegs – auf unserer Alpenüberquerungstour! Vor einer Woche am Wochenende war unser Keller zuhause immer noch nicht dicht, Wasser tropfte noch immer durch die Wand, und statt, dass wir bereits auf dem Weg in den Süden gewesen wären, saßen wir zuhause sorgenvoll, ob wir denn überhaupt noch loskommen.

Aber von Donnerstagnachmittag bis Montagmittag haben wir es dann organisiert bekommen, dass nicht nur draußen alles aufgegraben und eine neue Gaseinführung in den Keller gelegt wurde, sondern eine Trocknungsfirma hatte auch ihre Trocknungsgeräte aufgebaut und der Ablaufplan für die nächsten vier Wochen stand. Die Versicherung der Stadtwerke erklärte sich bereit, die Kosten zu tragen, inclusive der für die Auslagerung aller Gegenstände im Keller und Michael und Tina übernehmen dankenswerterweise auch die tägliche Beaufsichtigung und Leerung der Geräte. Sonst wäre alles umsonst gewesen und wir hätten zuhause bleiben müssen! Die sehr lauten Trocknungsmaschinen lassen ein Bewohnen während dieser Zeit allerdings auch gar nicht zu. Von daher ist unsere Alpentour genau passend.

Nun denn, dies geht mir hier noch einmal durch den Kopf und ich lehne mich zurück, blicke auf den See und genieße einen Schluck kühlen Riesling.

Und hier wieder die Routenkarte von heute.

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